Feigwarzen, Jungenimpung

Was ist HPV?

HPV steht für „Human Papillomavirus“. Ein Virus, der für Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) und andere Krebserkrankungen der Vulva, der Scheide, des Penis, des Afters und für  Mund-, Rachen und Kehlkopfkarzinome maßgeblich verantwortlich ist.

Es existieren mehr als 200 verschiedene HPV- Virusarten, 14 Arten hiervon werden von der WHO als kanzerogen (krebserregend) definiert.

HPV- Viren werden im Allgemeinen  in die Hoch- oder Niedrigrisikogruppe klassifiziert. Zu der Hochrisikogruppe gehören beispielsweise die Arten 16 und 18, die u.a. für Zervixkarzinom verantwortlich sind. 1,6 Prozent aller Krebserkrankungen in Deutschland werden in Verbindung mit den sogenannten Hochrisiko-HPV-Typen gebracht.  Dies betrifft laut RKI (Robert-Koch-Institut) 7.600 Krebspatientinnen und -patienten.

Die Arten 6 und 11 wiederum gehören zu der Niedrigrisikogruppe. Diese verursachen die weitverbreiteten und z.T. schwer therapierbaren Anogenitalwarzen. Die Feigwarzen sind zwar gutartig, aber hoch ansteckend, häufig wiederkehrend und für die Betroffenen äußerst unangenehm.

Die Entdeckung der HPV- Impfung beruht auf die die Forschungsarbeit von Prof. Harald zu Hausen, ein deutscher Professor, der für seine Arbeit im Jahre 2008 mit dem Nobelpreis geehrt wurde.

Obwohl die Deutschen Mediziner weltweit auf diesem Gebiet führend sind, liegt die Impfquote bei den Mädchen in Deutschland bei 30-40 %. Andere Länder praktizieren diese Impfung für beide Geschlechter seit mehreren Jahren und Haben die Rate an Gebärmutterhalskrebs und Andere um fast 87% reduziert. Mit Impfprogrammen in den Schulen mit zusätzlicher Jungenimpfung weisen  Australien, Kanada und Norwegen, beispielsweise, Impfraten von ca. 80% vor.

Weltweit werden ca.528.000 Neuerkrankungen am Zervixkarzinom registriert. 288.000 starben an dieser Erkrankung.

Pro Jahr werden 16 Millionen Genitalwarzen detektiert.

Wie ist der Infektionsweg?

HP- Viren werden durch den sexuellen Kontakt übertragen. Sie dringen durch die beschädigte Haut (kleine Risse) ein und binden sich zunächst an deren Basalmembran an. Im nächsten Schritt docken sich an den Epithelzellen (bevorzugt am Übergang zwischen zwei Epitheltypen) und  implementieren ihre DNA im Zellinneren,  wo sie sich vermehren und replizieren können. Durch Absterben der Plattenepithelzellen an der Oberfläche werden diese Virionen freigesetzt und können Neuinfektionen bewirken. Die Übertragung erfolgt meist durch einen direkten Hautkontakt von Mensch zu Mensch, seltener über unbelebte Kontamination von Gegenständen.

Etwa 80% der Menschen werden im Laufe ihres Lebens mit HPV infiziert; nur 1-10% der Infizierten wird krank. Bei dem Rest werden die Viren innerhalb von 1 bis 2 Jahren vom Immunsystem eliminiert.

 

Warum ist eine HPV- Impfung sinnvoll?

Eine HPV- Impfung ist eine Impfung gegen Krebs. Ein Meilenstein der

Medizin, der in diesem Fall wahr geworden ist.

Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass sich durch die HPV-Impfung von

Kindern und Jugendlichen, optimaler Weise vor Aufnahme der sexuellen

Aktivitäten, nicht nur Gebärmutterhalskarzinome, sondern auch andere

HPV-assoziierte Karzinome von Frauen und Männern effektiv verhindern lassen.

Durch die 9-Fachimpfung besteht Schutz auch gegen andere HPV-Arten und somit kann die Rate an Gebärmutterhalskrebs bis zu 93%, an Genitawarzen um 87% reduziert werden.

Auch andere Erkrankungen können durch die Impfung verhindert werden (50% der Peniskarzinome, 90% der Analkarzinome)

Bei den Rachen- und Mundbodenkarzinome ist die Datenlage nicht einheitlich.

Die Impfkosten in Höhe von ca. 350 Euro (Jede Impfampulle kostet ca. 156 Euro) werden seit Januar 2019 von den Krankenkassen übernommen.

In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass Kondome  nicht zuverlässig vor HPV schützen können. Sie schirmen nicht alle Hautstellen im Genitalbereich ab, die befallen sein können.

Wer kann geimpft werden?

Eine möglichst frühe Impfung gegen Humane Papillomviren kann einer Infektion am besten vorbeugen.

Hauptzielgruppe laut STKO (Ständige Impfkommission) sind Jugendliche zwischen 9 und 14 Jahren, vor Aufnahme der sexuellen Aktivität.

Jungen sind nicht nur Träger des HPV- Virus; sie können auch daran erkranken- von den Genitalwarzen bis hin zu den HPV-assoziierten Krebserkrankungen.

Mädchen und Jungen bis zum 18. Geburtstag sollten auch geimpft werden. Die Kosten hierfür werden ebenfalls von den Krankenkassen übernommen.

Ansonsten ist die Impfung für Erwachsene bis zum 26. Lebensjahr ebenfalls sinnvoll.

Die Aufnahme der sexuellen Aktivität ist kein Ausschlusskriterium.

In der Urologie Metropolitan können sowohl Jungs als auch Mädchen geimpft werden.

 

Welche Impfstoffe werden verabreicht?

Es existieren in Deutschland zwei HPV- Impfstoffe:

  • die sogenannte 2-fach-Impfung (Bivalent) gegen HPV 16 und 18 und

  • die 9-fach-Impfung (Nonavalent) gegen HPV 16, 18, 6, 11, 31, 33, 45, 52 und 58

 

Wir empfehlen die 9-fach-Impfung.

Es handelt sich um rekombinante Präventivimpfstoffe. Das bedeutet, dass

keine krankheitsverursachende Virus-DNA im Impfstoff enthalten ist.

Vielmehr wird hierbei die Proteinoberflächenstruktur der Viren (Antigen) künstlich hergestellt. Im Körper führen diese Proteine zu Aktivierung der Immunabwehr und zur Bildung von Antikörpern, die bei erneuter Exposition mit den Viren in der Lage sind, diese zu eliminieren.

Durch die Bildung von Gedächtniszellen, hält die Immunität lang (immunologisches Langzeitgedächtnis).

Ist die Impfung sicher?

Die Impfung wird seit ca. 12 Jahren praktiziert, mehr als 300 Millionen Menschen weltweit wurden bis dato geimpft. Die Impfung gilt als sicher.

Bislang sind  keine ernsten Nebenwirkungen berichtet worden. Es besteht eine hohe Impfsicherheit und hohe Immunität.

Durchbruchsinfektionen sind nicht bekannt. Nach der Impfung treten keine HPV- Erkrankungen auf.

Durch die Impfung besteht Schutz vor Übertragung auf andere (Herdenimmunität).

Wie wird die Impfung durchgeführt?

Die Impfung wird in den Oberarm verabreicht. Nach der Basisimpfung wird, abhängig vom Alter, eine Auffrischung nach 6 Monaten oder zwei Auffrischungsimpfungen nach zwei und nach 6 Monaten verabreicht.

Kalkulieren Sie mit einem Aufenthalt in unserer Praxis von ca. 15 Minuten.

Sie helfen uns, wenn Sie eine unterschriebene Einverständniserklärung mitbringen. Bitte auf das

PDF-Symbol klicken.Kinder unter 14 Jahren bitte die Unterschrift der Eltern/Vorsorgeberechtigte

einholen. Falls Sie im Besitz eines Impfausweises sind, bringen Sie Diesen bitte mit.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Durch die Impfung können normale Impfreaktionen auftreten:

  • Rötung, Schwellung oder Schmerzhaftigkeit an der Injektionsstelle sind typisch und vergehen nach einigen Tagen

  • Schwellung lokaler Lymphknoten

  • Grippeähnliche Symptome wie Müdigkeit, Schwindel, Nausea und Kopfschmerzen sind möglich und vergehen nach einigen Tagen

  • Es kann zu einer Synkope kommen (hypotensive Reaktioninnerhalb von wenigen Minuten nach der Impfung). Die Impfung wird deshalb sitzend oder liegend verabreicht.

 

Was muss ich nach der Impfung beachten?

Intensiver Sport und exzessiver Alkoholgenuss sind nach der Impfung zu vermeiden.

Bei wem wird die Impfung nicht empfohlen?

Wenn schwere Allergien gegen Impfbestandteile bekannt sind, soll die Impfung nicht durchgeführt werden.

Akute behandlungsbedürftige Erkrankungen sind ebenfalls eine Kontraindikation.

Für Schwangere und Patienten unter hochdosierter Cortison- Therapie ist die Impfung nicht geeignet.

Bei immunsuppressiver Therapie wird empfohlen, die Impfung erst nach  6 Monaten zu verabreichen.

Unerwünschte Nebenwirkung einer Impfung bis zur Ursachenerklärung.

Appell!

Wenn Sie diese Informationen auf unserer Webseite gelesen haben, sind Sie hervorragend informiert. Bitte geben Sie diese Informationen an Ihren Bekanntenkreis weiter. Sensibilisieren Sie Ihre Freunde, Vereins- und Arbeitskollegen

auf dieses Thema. Erzählen Sie es in den Schulen weiter. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie auf unsere Homepage verweisen.

Die Impfmedizin kann hocheffektiv sein, wenn die Bevölkerung daran teilnimmt.

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite des Deutschen Grünen Kreuzes (DGK) oder auf der Seite des Robert-Koch-Institutes (RKI)

 

Vielen Dank!  Thank you! Mercie bien! Gracias! teşekkür ederim! большое спасибо! شكرا جزيلا

FAQ

Wie kann ich wissen, ob ich infiziert bin?

Der HP-Virusnachweis erfolgt auf molekularbiologischer Ebene (Gensondentest). Die Tests weisen das DNA- Erbgut der Viren nach. Hierzu ist die Entnahme von Haut- und/oder Schleimhautabstrichen ausreichend.

Für den Rachenbefall existiert darüber hinaus ein serologischer Test, der auf den Antikörpernachweis von HPV-16-L1 basiert. Hierfür wird ein Tropfen Blut/Serum benötigt.

Außer bei Frauen ab dem 30 Lebensjahr im Rahmen der PAP- Test existieren von Seiten der gesetzlichen Krankenkassen keine Screening- Programme zur HPV- Detektion.

Diese Tests werden in der Urologie Metropolitan auf Wunsch als Individuelle Gesundheitsleistungen (IGEL) angeboten und auf Grundlage der GOÄ abgerechnet. Die Kosten belaufen sich auf 60 bis 70 Euro.

Ansonsten läuft die Infektion unbemerkt ab. Erst bei einer Erkrankung wird sie detektiert (Warzen, Karzinome). Eine Blasenspiegelung oder Proktoskopie kann einen Befall der Harnröhre bzw. des Analkanals aufdecken.

Was kostet eine Impfung?

Die Impfkosten werden bis zum 18. Geburtstag von den Krankenkassen vollständig übernommen.

Kann die Impfung eine bereits bestehende Infektion heilen?

Bei vorliegender HPV- Infektion oder Erkrankung kann die Impfung nicht helfen. Meistens sind chirurgische Maßnahmen erforderlich.

Können HPV- Infektionen auch nach der Impfung auftreten?

Die Impfung ist sicher und langanhaltend. Durchbruchsinfekte sind nicht bekannt.

Kann die HPV- Impfung mit anderen Impfungen kombiniert werden?

Ja, das ist sogar gewollt. Die HPV-Impfung kann mit anderen Impfungen wie Tetanus und Diphterie kombiniert werden. Hierbei werden verschiedene Kanülen verwendet. Die Impfungen werden an verschiedenen Stellen verabreicht.

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