Proktologie

Hämorrhoiden

Was sind Hämorrhoiden

Hämorrhoiden hat Jeder! Das sind Gefäßpolster unmittelbar oberhalb des Analkanals, die ringförmig unter der Darmschleimhaut angelegt sind, auch Hämorrhoidalplexus genannt. Physiologischer Weise sorgen sie für eine Abdichtung des Enddarmes (Feinkontinenz). Erst durch eine Bindegewebsschwäche, siehe auch Risikofaktoren, kommt es zu einer Funktionsminderung und krankhafter Erweiterung des Gefäßpolsters mit entsprechendem Leiden.

Schweregrade

Je nach Ausprägung wird die Hämorrhoidalerkrankung in verschiedenen Schweregraden eingeteilt, siehe Schema (mit freundlicher Genehmigung von Kreussler GmbH):

Grad I: Hämorrhoiden 1. Grades sind innen liegend, sie sind nicht tastbar und ausschließlich bei einer Spiegelung des Analkanals (Proktoskopie) sichtbar. Das ist die häufigste Form.

Grad II: Die Hämorrhoiden wölben sich beim Stuhlgang nach außen und ziehen sich danach spontan wieder zurück.

Grad III: Die ausgetretenen Hämorrhoiden müssen mit dem Finger zurückgeschoben werden.

Grad IV: Die Hämorrhoiden sind dauerhaft außen sichtbar und lassen sich nicht mehr in den Analkanal zurückschieben.

Hämorrhoidalleiden

Mit einer Inzidenz von ca. 50% ist das Hämorrhoidalleiden eine Volkskrankheit.

Das häufigste Symptom, das zum Arztbesuch führt sind hellrote Blutungen oder Blutauflagerungen auf dem Stuhl beziehungsweise am Toilettenpapier. Des Weiteren können Brennen, Jucken, Stechen und Nässen recht unangenehm werden.

Schmerzen treten bei Fissuren oder Analvenenthrombose auf.

Von einem Ekzem sprechen wir, wenn Hautrötungen um den After herum entstehen.

Fremdkörpergefühl  und das Gefühl der unvollständigen Entleerung können auch in Zusammenhang mit dem Hämorrhoidalleiden entstehen.

Das Hervorquellen der Hämorrhoiden aus dem After nennen wir Vorfall oder Prolaps. Hiervon soll ein Mucosa- Prolaps (Hervorquellen der Darmschleimhaut) differenziert werden.

In schweren Fällen kann es zu Stuhlinkontinenz kommen.

Die Symptome können einzeln oder kombiniert auftreten und das Wohlbefinden des Betroffenen erheblich einschränken.

Risikofaktoren

Eines der häufigsten Ursachen für Hämorrhoidalleiden ist ein falsches Sitzverhalten und Bewegungsmangel. Das „Zeitungslesen“ auf der Toilette sowie starkes Pressen bei der Defäkation (Verstopfung) sollten vermieden werden. Schweres Heben, Schwangerschaft und Adipositas (Übergewicht) sind weitere Risikofaktoren.

Diagnostik

Austasten des Enddarmes

Neben der funktionellen Untersuchung wird der Enddarm mit dem Finger gründlich ausgetastet. Hierbei können knotige Veränderungen festgestellt werden. Die Relaxation des Schließmuskels wird beurteilt und etwaige Einengungen der Darmlichtung evaluiert. Eine Spiegelung des Enddarmes wird angeschlossen, da Hämorrhoiden in der Regel nicht tastbar sind.

Proktoskopie/Rektoskopie

Mit einem speziellen Instrument (Proktoskop) wird in örtlicher Betäubung eine Spiegelung des Analkanals vorgenommen. Das innere des Darmes wird inspiziert und auf Hämorrhoidalleiden untersucht. Knoten und Entzündungen können aufgedeckt werden.

Therapie

Die im Handel befindlichen Salben, Zäpfchen und Applikatoren auf der Basis eines Hamamelis- Extraktes, mit oder ohne Zusatz eines Lokalanästhetikums bzw. eines Kortikoides, helfen vor allem die Symptome zu lindern, haben jedoch keinen Einfluss auf das zugrundeliegende Problem,  die Hämorrhoidalerkrankung zu therapieren.

 

Es gilt bei Hämorrhoidalleiden frühzeitig die Konsultation eines Facharztes aufzusuchen, um eine ernste Ursache auszuschließen und  das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern.

Konservative Therapie

Ausgewogene Ballaststoffreiche Kost, stark gewürzte Speisen vermeiden, richtige Analhygiene, körperliche Bewegung, Kaffee und Alkohol in Maßen sowie ausreichend viel trinken sind essentiell und helfen ein erneutes Auftreten (Rezidiv) zu vermeiden.  Sie dienen dazu, dem Stuhl eine normale Konsistenz zu verleihen (nicht wässrig, nicht zu fest).

Sklerotherapie (Verödung)

Mit einer Spritze wird eine Lösung direkt in den Hämorrhoiden, submukös, gespritzt. Das erweiterte Bindegewebe (siehe oben) reagiert darauf mit einer Schrumpfung (Fibrose), was zu einer Fixierung des Hämorrhoidalen Gewebes führt. Die Sklerotherapie bewirkt weiterhin einen Verschluss der zum Hämorrhoidalknoten zuführenden Gefäße. Der verminderte Blutfluss führt zu einer Schrumpfung. Diese Behandlung ist für Hämorrhoiden bis Grad 2 geeignet.

Für einen längerfristigen Erfolg sind bis zu drei Sitzungen notwendig.  Studiendaten belegen einen Behandlungserfolg nach zwei Sitzungen von 97%.

Gummibandligatur

Mit einem Gummiring werden die Hämorrhoiden abgebunden. Durch Unterbindung der Blutzufuhr fällt die Hämorrhoide nach 1 bis zwei Wochen ab und wird mit dem Stuhl ausgeschieden. Dabei kann es zu einer Blutung kommen. Die Therapie ist etwas invasiver, die Rezidivrate jedoch deutlich geringer. Geeignet für größere Hämorrhoidalknoten Grad 2 (manchmal auch bis Grad 3).

Kombinationstherapie

In den meisten Fällen finden sich Hämorrhoidalknoten unterschiedlicher Ausprägung, sodass eine Kombination der Sklerotherapie mit der Gummibandligatur erforderlich wird.

In der Urologie Metropolitan werden diese Behandlungen ambulant durchgeführt. Sie sind für den Patienten schmerzfrei, weil in der Darmschleimhaut keine Schmerznerven vorhanden sind. Ihr Spezialist Dr. Jundi wird Sie wie gewohnt gründlich beraten.

Operation

Höhergradige sowie komplizierte Hämorrhoiden bedürfen einer operativen Therapie in Narkose. Bei rechtzeitiger Behandlung kann die Notwendigkeit einer operativen Maßnahme auf 2-5% gesenkt werden.

Hinweis:

Die Proktoskopie, die Sklerotherapie sowie die Gummibandligatur sind in der Urologie Metropolitan keine Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen und werden privat nach der GOÄ (Gebührenordnung für Ärzte) abgerechnet.

FAQ

Welche Nebenwirkungen können bei der Sklerotherapie auftreten?

Die Hämorrhoidensklerosierung ist eine sichere Behandlungsmethode und ist für den Patienten schmerzfrei.

Gelegentlich können lokale Reaktion wie Unbehagen oder Brennen auftreten, die selten länger als 2-3 Tage anhalten.

Selten kann es zu einer lokalen Gewebsnekrose und/oder Blutungen kommen.

Sehr selten (< 1:10 000) reagieren die Patienten allergisch auf das Sklerosierungsmittel  bis hin zu einem allergischen Schock.

 

Was müssen Patienten bei der Gummibandligatur beachten?

Das Gummiband samt Hämorrhoide fallen nach ca.10 Tagen ab und werden mit dem Stuhl ausgeschieden. Hierbei kann es zu Blutungen kommen. Diese sistieren nach 1 bis 2 Darmentleerungen spontan. In seltenen Fällen wird eine Revision und Nachkoagulation unter stationären Bedingungen erforderlich.

Patienten sollten bis 2 Wochen nach der Gummibandligatur nicht verreisen.

 

Wie viele Sitzungen sind erforderlich?

Sowohl für die Gummibandligatur als auch bei der Sklerosierung sind mindestens 3-4 Sitzungen nötig, um einen längerfristigen Erfolg zu erzielen.

Ist eine Darmreinigung vor der Therapie notwendig

Nein, eine Darmvorbereitung ist in der Regel nicht erforderlich. Falls notwendig, können wir Ihnen ein schnell wirkendes Präparat geben.

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