Prostatabiopsie

Systematische ultraschallgesteuerte Prostatabiopsie

Bei der systematischen Prostatabiopsie werden je nach Größe der Prostata 12 bis 20 Prostatastanzen nach einem festen Schema gewonnen und zur histologischen Untersuchung eingeschickt. Hierbei wird die Prostata sonographisch in zwei Teilen gegliedert. Aus dem jeweiligen Seitenlappen werden dann aus den Regionen (Apex, Mitte und Basis) zwei bis drei Gewebsproben entnommen. 

Entsprechend den Leitlinien soll die systematische Prostatabiospie mit Hilfe eines Ultraschalls erfolgen (TRUS- Biopsie).

In der Urologie Metropolitan verwenden wir ein Ultraschallgerät der neuen Generation der Firma „bk medical“. Mit einer einzigartigen Triplan-Sonde sind Gezielte Biopsien in höher räumlicher und zeitlicher Auflösung simultan möglich. Durch Ihre Fähigkeit biplane und Endfire- Bildgebung wieder zu geben, ist die Untersuchung für den Patienten präzise, mit größter Sicherheit und mit wenigen Unannehmlichkeiten verbunden.

Die Nadelführung wird in Real-time visuell dargestellt. Suspekte Areale werden sicher erfasst. Die Anzahl notwendiger Stanzen wird auf ein Minimum reduziert. Mit Hilfe der Farb-Doppler-Sonographie kann eine pathologische Gefäßversorgung detektiert und somit die diagnostische Sicherheit erhöht werden.

Durch die gezielte Blockade des versorgenden Nervengeflechtes in örtlicher Betäubung ist die Diagnostik für den Patienten schmerzfrei.

Eigene Untersuchungen und 20-jährige Erfahrung zeugen von einer hohen Treffsicherheit.

MRT- gesteuerte Fusionsbiopsie der Prostata

Hierbei wird die Biopsie mithilfe der MRT und der Ultraschalltechnik durchgeführt (Fusionsbiopsie). Qualitativ gute prospektive Studien zeigen bezüglich Detektion und Nachweis eines Prostatakarzinoms keine oder nur geringfügig höhere Detektionsraten. In Übereinstimmung mit den aktuellen Leitlinien ist in der Primärdiagnostik eine MRT- Untersuchung der Prostata nicht erforderlich. Sowohl die diffusionsgewichtete MRT als auch die kontrastmittelverstärkte MRT der Prostata sollen nicht zur Primärdiagnostik eingesetzt werden (Empfehlungsgrad: A)

Auch mit der MRT-US-Fusionsbiopsie der Prostata sollten die Gewebsproben systematisch entnommen werden, s. Oben.

Zeigt die systemische ultraschallgesteuerte Prostatabiospie einen unauffälligen histologischen Befund kann die MRT als weiterführende Diagnostik bei Patienten mit steigendem PSA- Wert eingesetzt werden. Diese wird mindestens sechs bis acht Wochen nach der Standardbiopsie durchgeführt. Hierbei müssen bestimmte Qualitätskriterien beachtet werden:

  • Die MRT der Prostata soll multiparametrisch erfolgen (mp-MRT), 3,0 Tesla

  • Der Untersucher muss über eine ausreichende Erfahrung in der Befundung der MRT- Ergebnisse verfügen.

  • Die morphologische Bildgebung soll T2- gewichtet mit transversal, sagittal und coronarer Bildgebung (T2w TSE) zur Beurteilung der zentralen Zone.

  • Einsatz von diffusionsgewichtetem und dynamisch kontrastverstärktem MRT (DWI: difusion weighted imaging). Diffusion von Wassermolekülen innerhalb des Gewebes zur Beurteilung der peripheren Zone.

  • Schichtdicke maximal 4 mm

  • Angabe des ADC map (Apparant Diffusion Coefficient). Dieser korreliert inverse mit dem Gleason- Score.

  • Die Größe der Läsionen soll in mm angegeben werden. Eine Läsion > 7 mm ist signifikant.

  • Axiale Serie nach Kontrastmittelgabe über die Lymphabflusswege bis zur Aortenbifurkation.

  • Suspekte Läsionen sollen in Punkten analog dem PI-RADS Score dokumentiert werden.

  • 1,5 Tesla mit Endorektalspule wird heute zutage nicht mehr verwendet.

  • Fettsättigungssequenzen haben keinen zusätzlichen Wert.

Bildgebende Verfahren

Generell gilt, dass bildgebende Verfahren in der Primärdiagnostik des Prostatakarzinoms eine Prostatabiopsie nicht ersetzen können!

Eine kontrastverstärkte Ultraschalluntersuchung (CEUS) sollte nicht in der Primärdiagnostik eingesetzt werden. Eine europäische Studie zur Beurteilung der Wertigkeit dieser Untersuchung wurde abgebrochen. Die angestrebte Mindestverbesserung der Detektionsrate wurde nicht erreicht.

Mit der Elastographie wird die Gewebeelastizität (Härtegrad des Prostatagewebes) beurteilt. Randomisierte Studie konnten keinen Vorteil erbringen. In der Primärdiagnostik nicht erforderlich (S3- Leitlinie).

Histoscanning ist eine computergestützte Ultraschalldiagnostik der Prostata. Es existiert eine einzige Studie mit 29 Patienten, die zufällig gewählt worden sind. Die Ergebnisse sind nicht validierbar. Das Verfahren wird in der S3- Leitlinie nicht empfohlen.

FAQ

Kann mithilfe der MRT auf eine Prostatabiopsie verzichtet werden?

Nein, bildgebende Verfahren, auch die MRT der Prostata, können die Notwendigkeit einer Prostatabiopsie in der Primärdiagnostik nach aktuellem wissenschaftlichem Stand nicht ersetzten.

Wann ist eine MRT der Prostata sinnvoll?

Eine MRT der Prostata kann, wenn Sie die oben genannten Qualitätskriterien erfüllt, nach negativer Standardbiopsie der Prostata eingesetzt werden. Zeigt die MRT keine suspekten Läsionen kann nach Absprache mit dem Patienten auf eine erneute Biopsie zugunsten der PSA- Kontrolle verzichtet werden.

Eine weitere Indikation stellt die Aktive Überwachung bei nachgewiesenem Prostatakarzinom dar.

Brauche ich als Patient eine Überweisung um mich bei Dr. Jundi vorstellen zu können?

Nein, jeder Patient kann sich nach vorheriger Terminabsprache ohne Überweisung bei Dr. Jundi vorstellen und untersuchen lassen.

Kann ich mich als Patient aus Hamburg in der Urologie Metropoltan behandeln lassen?

Unsere Praxis liegt an der Grenzregion zwischen Schleswig-Holstein und Hamburg. Wir sind lediglich 5 Fahrminuten von der Autobahn A1 (Hamburg Kreuz-Ost) entfernt. Aus Hamburg Wandsbek, Rahlstedt, Jenfeld und Billstedt sowie aus ganz Stormarn sind wir in wenigen Minuten erreichbar. Als Patient sind Sie bei uns stets willkommen. Wir freuen uns auf Sie!

Welchen Vorteil hat eine MRT der Prostata?

Mithilfe der mp-MRT (multiparametrischen MRT) können Prostatakarzinom-suspekte Areale (PI-RADS 4 bis 5) detektiert werden, die eine gezielte Biopsie dieser Areale ermöglichen und die Aussagesicherheit erhöhen.

Ist die MRT-gesteuerte Fusionsbiopsie besser als eine ultraschallgesteurte Prostatabiopsie?

Die Studiendaten geben keinen klaren Aufschluss darüber. Zum einen wird die MRT der Prostata, die von einem sehr erfahrenen Untersucher in ausgewiesenen Zentren durchgeführt wird, mit der Ultraschalluntersuchung verglichen. Auch bei der Ultraschalluntersuchung gibt es qualitative Unterschiede, die untersucherabhängig sind.

Die aktuellen Leitlinien empfehlen Prostatakarzinom-suspekte Areale, ob mit der MRT oder mit dem Ultraschall, zusätzlich gezielt zu biopsieren.

 

Werden die Kosten für eine MRT-Untersuchung von gesetzlichen Krankenkassen übernommen?

Nur in Einzelfällen und nach entsprechendem Antrag auf Kostenübernahme.

 
 
 
 
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